Hier mal kurz was ganz tierisch witziges: Katzen hausen  hier und das wussten wir ja schon vorher. Aber solch surprises im studiorevier, eher überraschend.  
Dieser white Knödel, liebevoll von uns allen Bombi genannt, hat uns Grenzen aufgezeigt. Sweeeeet!!! Wir wussten schon, jetzt noch deutlicher: Ja wir sind zu Gast hier, bleiben hier nicht für immer, dein Zimmer ist halt doch nicht mein Zimmer. (Wir schlafen hier in Katzenkojen). Jedes Katzi hier, besitzt ihren artgerechten räumlichen Raum. Das ist hier einfach so. Ist wie mit den Instrumenten. Dass sie Raubtierkäfige sind, wussten wir halt vorher nicht. “Bombi Mäuselchen”, hat da gleich mal für Klarheit gesorgt. 
Zum Glück gibts hier Waschmaschinen. Ritas Room und Kleider hats erwischt. Nein nein, ach nichts abgekratzt, zerrissen, verbissen. Der Gestank, - echt wild!

Good morning Europe,
Sandra

Hier mal kurz was ganz tierisch witziges: Katzen hausen hier und das wussten wir ja schon vorher. Aber solch surprises im studiorevier, eher überraschend.
Dieser white Knödel, liebevoll von uns allen Bombi genannt, hat uns Grenzen aufgezeigt. Sweeeeet!!! Wir wussten schon, jetzt noch deutlicher: Ja wir sind zu Gast hier, bleiben hier nicht für immer, dein Zimmer ist halt doch nicht mein Zimmer. (Wir schlafen hier in Katzenkojen). Jedes Katzi hier, besitzt ihren artgerechten räumlichen Raum. Das ist hier einfach so. Ist wie mit den Instrumenten. Dass sie Raubtierkäfige sind, wussten wir halt vorher nicht. “Bombi Mäuselchen”, hat da gleich mal für Klarheit gesorgt.
Zum Glück gibts hier Waschmaschinen. Ritas Room und Kleider hats erwischt. Nein nein, ach nichts abgekratzt, zerrissen, verbissen. Der Gestank, - echt wild!

Good morning Europe,
Sandra

Leute. Sorry. Delay. Aber - und das muss man schon sagen - mit gutem Grund. Wir sind gestern nach einer Besprechung mit Steve Albini von Studio B nach Studio A umgezogen. Hier ist es viel größer und es gibt drei voneinander abgetrennte Räume. So können wir alles tatsächlich gleichzeitig aufnehmen, ohne dass es zu viele ungewollte Übersprechungen gibt. Der Tag war voll mit Instrumente tragen, aufbauen, checken, noch mehr checken und dann erste Proberecordings, erste Gedanken zu einzelnen Songs. Hier übliche Fachtermini haben wir am ersten Tag mit Steve auch schon gelernt. Meine liebsten sind: bleeding in the microphone / pain in the ass.

Ach, und wenn wir schon bei tollen Zitaten sind. Dieser Zweizeiler zwischen Sandra und Lina hat mir auch sehr gefallen: Setting: Nach einem ganzen Tag im Studio werkeln liegen wir der Couch und trinken Bier.

Lina: Das ist ein rechter Schmarrn.

Sandra: Lina, so funktioniert die Welt.

Ich weiß nicht, ob ihr das auch nett und wohltuend findet. Ich habe mich in jedem Fall gefreut und beduselt zurück gelent. Das Resumee des ersten richtigen Aufnahmetages fällt erfreulich aus: Es klingt wunderbar, es ist großartig mit Steve zu arbeiten, 27, 26 und 34 haben das Licht der Welt erblickt. Und obwohl sie sich noch im embryonalen Zustand befinden, kann man schon sagen, dass sie äußerst wohlgeratene Kinder geworden sind.

Bei uns ist es jetzt halb zwölf Mittags. Um mich herum klirrt, scheppert und quietscht es schon. Rita kittet das Durcheinander mit Chopin. Oder versucht es auf jeden Fall. Wir stürzen uns auf die 28 und auf was da heute noch alles so kommen mag.

Ich muss los,

Knicks,

Mira

Das Studio ist hoch. Richtig hoch. Es hallt und kracht. Und wir suchen und finden und suchen von Neuem. An Wurlitzern, Bass-Drums, Gitarrenverstärkern, Flügeln, Mellodromen, Bass-Verzerrern. Es ist so, dass wir hier tatsächlich Instrumente nicht nur in die Hand nehmen, sondern sie durchspielen, -wechseln, -jagen und -suchen.
Gestern fühlte es sich noch mehr nach Jugendherbergsurlaub an. Abends Jazz im “Hungry Brain”. Hungrig waren unsere Hirne da zwar nicht mehr, völlig abgefüllt und benebelt eher, Jet-Lag. Leider die Aufmerksamkeitsspanne kleiner als ein inch (ich lerne dazu; auch Maßeinheiten… Bänder etwa bäckt man bei 130° Fahrenheit; siehe Foto 1). Aber eine schöne Bar, das “Hungry Brain”. Mit einem Barkeeper der ausgesprochen gerne Deutsch sprach und erklärte Hegel und Fichte gelesen zu haben.
Sonst haben wir die typischen Europäer raushängen lassen. Die Chicagoer Band “Even Bigger” hat bis gestern hier aufgenommen, während wir, ganz gruppenfanatisch, fett einen aufgekocht haben. Gesund, selbst und mit Salat. “Even Bigger” schienen quiet impressed, und orderten Trauma-Pizza.
Es lösen sich erstaunlich viele Klischee-Versprechen ein (Styropor, oh wie viel Styropor, oder auch riesige Größen, sowie Fake-Holzscheite im Kamin der Hotellobby, grüne Plastikfensterläden auch am Hotel, die unbedingt Landhaus sein wollen und nicht einmal ein Schanier zum schließen haben. Dieses schamlose Zelebrieren der Oberfläche ist schon wieder schön, weil es weniger wirklich etwas sein will, sondern mehr schreit: “Schau her, ich bin die Oberfläche und ich bin es gern”. ). Erstaunlich viele Vorurteile aber auch nicht: Noch keiner hat mich pikiert wegen meiner unrasierten Beine angeschaut (was meine Mutter mir prophezeit hat) und rauchen tut man hier auch recht ungeniert.
Seit gestern sind wir in diesem Studio. Ein charmant-industrieller Backsteinbau, eine großartig ausgestattete Küche (oh, wir Europäer), ein riesiger Kühlschrank (it’s getting American) mit einem daran gepinnten Dankesbrief der von mir sehr geschätzten Gruppe “Fugazi”.
Und nun?  Beginn Instrumente und Verstärker testen. Da wirds dann sachlich und sinnvoll: Sandra kann sich nicht entscheiden zwischen den Bass-Drums. Mira und Lina, verschachtelt im sogenannten “Dead-Room” der die gleichen roten Wände hat, wie der Glocken-Bandraum.
Und so wirds spannend. Gerade Hände-Schütteln mit dem Berühmten. Der Albini, Steve himself. Und ab morgen beginnt das Aufzeichnen, Festzeichnen, Weichzeichnen.
Gezeichnet: Rita

Chicago! Gestern Abend im Hotel angekommen, wollten wir erstmal ein Bier und was zu essen. Also haben wir nachdem, der nette Portier uns erzählt hat das alle Restaurants in der Gegend zu haben, eine Pizza bestellt. Davor hat wurden wir schon gewarnt, das amerikanische Pizza eher eigen ist, aber wir dachten bevor wir hungrig einschlafen probieren wirs. Und was wars? 2 mm Teig 2 cm Käse 1 mm Tomate. Wir haben noch nie so viel Käse in einem einzigen Gericht gesehen! Heute sind wir dann mittags im Studio angekommen und wurden sehr freundlich empfangen. Steve ist noch im Urlaub und kommt wohl erst morgen. Gerade nimmt noch eine andere Band Gesang auf und wir hängen rum und fühlen uns ein. Ab Dienstag gehts dann mit der Aufnahme los. Juhu! Dann vielleicht auch keine Pizza-Geschichten mehr. 

Lina